NoonSong präsentiert: Vier Concerts spirituels

vom 14. Januar 23 bis 8. April 2023

Musikwissenschaftliche Forschungsarbeit kann einer Schatzsuche gleichen. Unvermutet kommt es zu Überraschungen. So führten Recherchen zur Praxis geistlicher Musik am preussischen Königshof im 18 Jahrhundert zu der Entdeckung der „concerts spirituels“ und zum Komponisten Johann Friedrich Reichardt (1752-1814). Reichardt, ein vielseitig interessierter und mit vielen bedeutenden Zeitgenossen vernetzter Musiker wurde 1775 zum Hofkapellmeister von Friedrich II berufen. 1783 rief er die „concerts spirituels“ ins Leben. Schon damals verbanden die „concerts spirituels“ Europa musikalisch: Reichardt führte vorwiegend Alte Musik aus Italien, Frankreich und Spanien auf – im kommenden Jahr werden „concerts spirituels“ den Bogen von Slowenien über Italien nach England schlagen, im Zentrum als Highlight natürlich Berliner Kirchenmusik vom Königshof.

Die Zeit der preussischen Könige ist lange vorbei und damit auch die der 'concerts spirituels'. Aber eine ähnliche Konzeption, wie sie Reichardt vor 240 Jahren initiiert hat, ist seit 13 Jahren an jedem Sonnabend beim NoonSong zu hören: geistliche Vokalmusik im liturgischen Rahmen des klösterlichen Stundengebets. Im Lauf der Jahre hat die Zahl der Besucher und Besucherinnen stetig zugenommen, so dass in Zeitungen erstaunt berichtet wird: 'Samstags ist die Kirche voll'. Gerade besuchten über 3500 Menschen an einem Tag sieben geistliche Konzerte beim NoonSong-Festival „Prayse! Berlin“ im September dieses Jahres.
Vier „concerts spirituels“ erklingen von Anfang des Jahres bis Ostern 2023. Zwei Berliner Aufführungstraditionen werden dabei verschränkt: die eher konzertante Form des 18. Jahrhunderts und die des aktuellen NoonSongs, der sich auf a-cappella-Gesang spezialisiert hat.

In dem vierteiligen Konzertzyklus werden geistliche Werke von fünf Komponisten vorgestellt, die auf den ersten Blick nicht unbedingt in einen Zusammenhang gebracht werden. Gemeinsam ist den Aufführungen, dass unter dem Begriff „Concerts spirituels“ bedeutende kirchenmusikalische Kompositionen wieder entdeckt werden.

Programme und Mitwirkende