Im heutigen NoonSong kann man den Einfluss Mendelssohns auf die anglikanische Kirchenmusik unmittelbar erleben. Mendelssohns beliebte achtstmmige Motette "Denn er hat seinen Engeln befohlen" fand ihren Weg als Teil dessen Oratoriums "Elias" nach England, wo Mendelssohns Stil zum Vorbild mehrerer Komponistengenerationen, insbesondere Stanfords, wurde.
Im heutigen NoonSong erklingen drei wunderbare Werke der Alten Musik, die außerhalb dieses Formats nur selten zu hören sind. Zu hören ist eine der 104 überlieferten Magnificat-Kompositionen des Münchener Großmeisters der katholischen Musik, Orlando di Lasso, der den gregorianischen Choral und die Polyphonie der Renaissance perfekt verbindet. Der weitgereiste böhmische Adlige und Komponist Krystof Harant steht in derselben Tradition. Er konvertierte später zum Protestantismus und büßte dafür mit seinem Leben. Heinrich Schütz wiederum verband in seinen Werken die polyphone Satzkunst der Renaissance mit der Dramatik und Deklamatorik der modernen Barockmusik.
Die Komponisten dieses NoonSongs Reger, Berneker und Reda suchten nach neuen Klängen in der Kirchenmusik. Die Vorbilder der Hochromantik ließen Reger und Berneker opulente und sensible Klänge finden, während sich Reda zwei Generationen später in kritallinen, klar deklamatorischen Klängen von der Romantik abgrenzte.