Zum 350. Todestag des Dresdner Hofkapellmeisters Heinrich Schütz erklingen an diesem und in den kommenden NoonSongs Werke dieses produktiven Komponisten. Mit der Aufführung seiner vierstimmigen Vertonungen des Beckerschen Psalter beteiligt sich der NoonSong an einem deutschlandweiten Projekt der erstmaligen Gesamteinspielung aller 150 Psalmvertonungen.
Ein Gipfeltreffen der größten Meister der Spätrenaissance gibt es in diesem NoonSong: Vom Münchener Superstar Orlando di Lasso erklingt die doppelchörige Psalmvertonung Confitebor tibi erstmals im NoonSong, gefolgt vom liturgischen Magnificat für vierstimmig gemischten Chor mit gregorianischen Versen des Spaniers Tomás Luis de Victoria, der lange Zeit in Rom wirkte. Beide gehörten zu den geehrtesten Komponisten ihrer Zeit, beide sind heute neu zu entdecken.
Erstmals erklingt im NoonSong das Magnificat des englischen Barockkomponisten Richard Ayleward, der auch die Liturgie dieses NoonSongs vertonte. In den neu entdeckten Noten in der Kathedrale von Norwich sind noch originale Verzierungsangaben zu finden. Es wird spannend, diese wieder zum Klingen zu bringen.
Vermutlich kennen Sie den sächsischen Komponisten Gottlob Harrer nicht, aber dessen Amtsvorgänger, nämlich Johann Sebastian Bach. Die heute erstmals im NoonSong zu hörende Motette "Mein Herz ist bereit" macht die stilistische Zeitenwende deutlich, ist doch Harrers Musik viel galanter und eingängiger, aber auch längst nicht so unverwechselbar wie die seines Vorgängers.
Der 600. NoonSong fällt fast genau auf den 350. Todestag von Heinrich Schütz. Weil dieser Komponist im NoonSong so geschätzt wird, feiern wir mit seiner Musik unser rundes Jubiläum. Im Zentrum steht ein Ausschnitt aus Schütz letztem Werk, dem "Schwanengesang". Schütz vertont darin den längsten Psalm der Bibel für achtstimmig gemischten Chor. Ein sehr selten zu hörendes Werk. Feiern Sie mit uns diesen wichtigen protestantischen Komponisten und den NoonSong!
Drei zeitgenössische Chorwerke, geschrieben für den Gottesdienst, prägen diesen NoonSong. Die Liturgie von Herbert Howells ist erstaunlich modern und außergewöhnlich herausfordernd. Arvo Pärts berühmtes Magnificat, für den Berliner Staats- und Domchor geschrieben, nimmt den Hörer durch schwebende Rhythmen und fulminante Akkorde, welche sich um den immer gleichen Ton der Sopranistin herum auftürmen, in Bann. MacMillan führt die Frauenstimmen komplex über ein immer gleiches Ostinato der Männerstimmen.