In diesem NoonSong trifft die musikantische, phantasievolle Musik des Katalanen Valls auf eine ungewöhnliche Entdeckung aus den römischen Archiven: Das "Miserere" von Tommaso Bai, das erstmals im NoonSong erklingt, lehnt sich unüberhörbar an die berühmte Komposition von Allegri an und schreibt die legendäre Geschichte dieses Werkes fort.
Bachs große Motetten sind unerreichte Meisterwerke der geistlichen Chormusik. Mozart verehrte sie als lehrreiches Studienmaterial. Die Musik bewegt und tröstet auf einzigartige Weise die Menschen seit Jahrhunderten. Bis heute streiten Musikwissenschaftler jedoch über die Entstehungsgeschichte der Motette "Fürchte dich nicht". Möglicherweise ist sie ein frühes Werk und bereits in Weimar entstanden.
Klangvolle Chormusik des 21. Jahrhunderts aus der anglikanischen Tradition steht im Mittelpunkt dieses NoonSongs. Erstmals wird im NoonSong ein Werk des jungen Amerikanisch-Kanadischen Komponisten Wadsworth zu hören sein. In den USA werden die Oper, Orchesterwerke und v.a. Chorwerke des vielfach prämierten Komponisten häufig aufgeführt.
Die Faszination für den gregorianischen Choral ist ungebrochen. Die einstimmigen Melodien schweben ohne fixierten Rhythmus im Raum und schaffen eine einzigartige entrückte Atmosphäre. Gleichzeitig interpretieren sie die biblischen Texte mit den rhetorischen Mitteln eines geschulten Predigers.
Unter den sechs großen, virtuosen Motetten des Leipziger Thomaskantors Bach hat "Komm, Jesu, komm" eine Sonderstellung: sie ist die einzige ohne Bibeltext und auch die einzige ohne abschließenden Choral. In ihrer besonders intimen, fast zärtlichen Klanglichkeit berührt und tröstet sie unmittelbar.
Enge räumliche Verbindungen gibt es zwischen den heute im NoonSong zu hörenden Komponisten, denn sie wirkten in Dresden, Zittau, Leipzig und Dessau. Während der Kreuzkantor Heinrich Schütz heute international geschätzt wird, sind die Werke des Zittauer Komponisten Hammerschmidt schon weniger bekannt, auch wenn dieser von Schütz sehr geschätzt wurde. Auch wenn Friedrich Schneider zu den einflussreichsten Musikschaffenden seiner Zeit in Leipzig gehörte, ist er 150 Jahre nach seinem Tod nahezu völlig in Vergessenheit geraten.