Den 23. Psalm kennt fast jeder: in poetischen Bildern beschreibt er Gott als den guten Hirten. Erstmals erklingt die interessante Vertonung des 23. Psalms von Andreas Raselius im NoonSong. Dieser Universalgelehrte aus Mittelfranken, der auch als Theologe, Philosoph und Chronist tätig war, komponierte als erster einen kompletten Zyklus von Evangelienmotetten und prägte damit eine typisch protestantische Gattung.
Renaissance-Musik aus Flandern und England prägt diesen NoonSong. Die Musik des Engländers Richard Dering ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Zu Lebzeiten hattten seine Kompositionen, welche in Flandern und England in vielen Editionen veröffentlicht wurden, einen großen Einfluss auf nachfolgende Komponisten-Generationen.
Mit Werken von Wesley und Bertalot repräsentiert dieser NoonSong die anglikanische Kirchenmusikpraxis unserer Zeit. Wesley gilt als der Begründer der erneuerten englischen Kirchenmusik und Vorbild für alle weiteren Generationen. John Bertalot ist einer der erfolgreichen Kathedral-Organisten und Chorleiter, zunächst an der Blackbourn Cathedral, dann bis zum Ruhestand an der Trinity Church in Princeton, New Jersey.
Mit Johann Walters strahlender Vertonung des Lobgesangs des Simeon ist Musik aus dem direkten Umfeld Martin Luthers aus der Zeit der Reformation zu hören. Luthers Freund Walter führt mit seiner lateinischen Komposition die katholische Tradition ungebrochen im neuen protestantischen Kontext fort.
Mit einer Psalmvertonung von G.F. Root erklingt ein frühes Zeugnis amerikanischer Musikgeschichte in diesem NoonSong. Root gehört zur ersten Generation von in den USA geborenen Komponisten. Musikalisch steht seine Psalmvertonung in der Tradition des anglikanischen Anthems mit Orgelbegleitung, hymnisch, kraftvoll und textverständlich.
Festliche Kirchenmusik der Romantik erklingt an diesem Pfingst-Samstag im NoonSong. Dabei begegnet sich Musik der liturgischen Erneuerungsbewegung aus England und Deutschland.