Palestrinas kunstvolle Musik galt als perfekte Balance aus Satzkunst, Textverständlichkeit und erhabenem Schönklang. Im 19. Jahrhundert erhielt sie das Attribut "abgeklärt", oft mit "emotionslos" gleichgesetzt. In der Musik dieses NoonSongs wird hörbar, wie bewegend Palestrinas Musik doch ist und wie sein Vorbild über die Jahrhunderte weiter gewirkt hat.
Am Beginn der Karwoche, dem NoonSong vor Palmsonntag, wird der NoonSong besonders festlich gestaltet. 1986 schrieb der norwegische Komponist Knut Nystedt „Stabat Mater“ für gemischten Chor und Solocello, ein berührendes und eindringliches Werk, halb Cellokonzert, halb Chorkonzert. Dazu erklingt das berühmte Miserere des Venezianers Antonio Lotti (1666-1740), der die italienische Oper am Dresdner Hof mit überwältigendem Erfolg eingeführt hat. Entsprechend dramatisch sind auch seine späteren geistlichen Kompositionen.
Palestrina forever - zum 500. Geburtstag des legendären Komponisten Palestrina war und ist bis heute stilbildend. Wer Komposition studiert, muss seine Prinzipien kennen, die die katholische Kirchenmusik fünf Jahrhunderte lang prägten. Palestrinas schuf ausgewogene, perfekt zwischen Textverständlichkeit und kunstvoller Polyphonie ausbalancierte, entrückte, abgeklärte Werke. Die nahezu 2.700 Jahre alten Texte in den Klageliedern des Jeremias […]
Palestrina war und ist bis heute stilbildend. Wer Komposition studiert, muss seine Prinzipien kennen, die die katholische Kirchenmusik fünf Jahrhunderte lang prägten. Palestrinas schuf ausgewogene, perfekt zwischen Textverständlichkeit und kunstvoller Polyphonie ausbalancierte, entrückte, abgeklärte Werke. Die nahezu 2.700 Jahre alten Texte in den Klageliedern des Jeremias betrauern die Zerstörung Jerusalems. Streng und kunstvoll gegliedert führten sie als liturgische Gesänge in der Passionszeit von Gründonnerstag bis zur völligen Dunkelheit in der Nacht von Karsamstag. Diese dramatische musikalische Inszenierung inspiriert auch zeitgenössische Komponisten. Beim NightSong zu Ehren Palestrinas kommen zwei Vokalwerke zur Uraufführung, die Ali Gorji und Frank Schwemmer aus diesem Anlass geschrieben haben. Die beiden in Berlin lebenden Komponisten verarbeiten unterschiedliche kulturelle Einflüsse und treffen sich bei Palestrina, dem sie Impulse und Anregung verdanken.
Das meditative Konzert klingt aus mit dem berühmten “Miserere” von Allegri, bei welchem sich die Sopranistin engelsgleich auf das hohe c”’ schwingt.
Der Eintritt ist frei.
Die Biografie des bedeutenden deutsch-israelischen Architekten Ossip Klarwein, der die Kirche Am Hohenzollernplatz entworfen hat, wird in diesem Jahr erstmals eingehend beleuchtet. Ihm zu Ehren wird im Anschluss an diesen NoonSongs eine Info-Stele auf dem Platz vor der Kirche enthüllt. Im NoonSong erklingen mit den Werken Blochs und Distlers Chorwerke eines jüdischen und eines evangelischen Komponisten, die im Jahr der Erbauung der Kirche komponiert wurden.
Zwei große und kaum bekannte Renaissance-Komponisten prägen die Musik des heutigen NoonSongs. Während der englische Komponist Peter Philips in engem Kontakt mit vielen wichtigen europäischen Komponisten stand und Einflüsse aus England, Italien und Flandern genial miteinander verschmolz, ist die ebenso eindrucksvolle Chormusik des polnischen Komponisten Zieleński, die fast gleichzeitig entstand, singulär in Polen.