307. NoonSong am 31.10.2015 um 12:00
Das neue Jahr beginnt im NoonSong mit venezianischem Leuchten aus nordeuropäischen Städten. Der findige Komponist Hans Leo Hassler gehört zu den ersten einer langen Reihe deutscher, Komponisten, die in Venedig studiert haben. Von dem Polen Zielenski weiß man dagegen kaum etwas – nur sein umfangreiches Werk spricht für die Modernität dieses Wegbereiters polnischer Barockmusik. Seine doppelchörige Psalmvertonung, die erstmals im NoonSong (und möglicherweise überhaupt in der heutigen Zeit) erklingt, lebt von der Gegenüberstellung zweier vierstimmiger Chöre, wie es die venezianischen Meister zur Vollendung gebracht haben.
Zwei Psalmvertonungen jüdischer Komponisten erklingen in diesem NoonSong erstmals. Was könnte besser den jüdischen Architekten der Kirche Ossip Klarwein ehren als eine Vertonung der Psalmworte “Wie lieblich sind Deine Wohnungen” durch den jüdischen Berliner Komponisten Lewandowski. Dazu erklingen Psalmen auf hebräisch von Tzvi Avni, der als Hermann J. Steinke in Saarbrücken geboren wurde und heute zu den wichtigsten und ältesten israelischen Komponisten zählt. Ergänzt wird das Programm mit einem Magnificat von Oliver Barton, das Einflüsse von Pop und Jazz in eigenständiger Weise verbindet.