Mit fröhlicher Chormusik aus dem 19. und 20. Jahrhundert feiern wir diesen ersten NoonSong nach Ostern. Die klangvolle Psalmvertonung des Münchener Komponisten Josef Rheinberger steht der Musik Mendelssohns in nichts nach. Der Ungar Karai, in seinem Heimatland längst eine Legende, vertont den Osterjubel tänzerisch renaissancehaft.
Erstmals im NoonSong erklingt ein Werk des dänischen Komponisten und Dirigenten Bo Holten. Seine Vertonung des bekannten 23. Psalms atmet den Geist der Renaissance, kombiniert mit gemäßigt avantgardistischen Elementen. Jederzeit ist Holtens große Erfahrung als Chordirigent vieler herausragender Ensembles zu hören. Unerwartet tänzerisch und rhythmisch raffiniert ist die Motette des italienischen Renaissance-Komponisten Bassano, der vorwiegend für seine Instrumentalmusik Kennern bekannt ist.
Aus der großartigen Fülle anglikanischer Chormusik stechen einige Komponisten hervor, die zu unseren Lieblingskomponisten im NoonSong geworden sind - William Byrd gehört sicher dazu. Aber auch Richard Dering, von dem man wenig weiß, hat herausragende, schwungvolle Chormusik geschrieben. Im 19. Jahrhundert war der Wiederaufstieg der Kirchenmusik v.a. S.S. Wesley zu verdanken, der in seinem groß angelegten Magnificat für Chor und Orgel an die barocken Tradition Henry Purcells anknüpft.
Beschwingte Musik für gemischten Chor aus der Zeit des Übergangs von Renaissance zu Barock erklingt in diesem, ganz dem Singen gewidmeten, NoonSong. Nicht nur die Musik Monteverdis und Viadanas spiegelt den Glanz Roms und Venedigs wider. Der Nürnberger Komponist Hassler gehörte zu den ersten einer langen Reihe deutscher Komponisten, die in Italien, v.a. in Venedig, in die Lehre gingen und den italienischen Stil in Deutschland verbreiteten.
In diesem Noonsong geht es um Meditation, Kontemplation, Versenkung, christlich ausgedrückt: um das Gebet. Drei weniger bekannte Komponisten der Renaissance und des Barock erhöhen mit ihrer Musik das Wort des Beters in himmlische Sphären.